Meine drei letzten Schicksalsjahre

6.Fortsetzung:  

Nachdem ich am 6.Februar 2013 von der Polizei in Handschellen aus meiner Liegenschaft in Siat in das Irr- enhaus "Waldhaus" in Chur überführt wurde, stellte der Arzt, welcher meine Einlieferung überprüfte, sofort fest, dass hier etwas nicht stimmt und ich nicht freiwillig hierher gebracht wurde.  Er verlegte mich gleich in die offene Abteilung, wo ich beliebig in Ausgang gehen konnte.  Aber wohin?

Um zu essen zu haben und übernachten zu können, war es sinnvoll noch eine gewisse Zeit im Irrenhaus zu bleiben, bis ich genügend Geld hatte von der nächsten AHV- Rente, mit dem ich mir eine Hotelunterkunft leisten konnte.

Ich fuhr also nach Jlanz zurück und fragte beim Evangelischen Buchladen ob sie mir eine Gelegenheit wüss- ten, wo ich vorübergehend unterkommen kann.  Ja !  Sie können mir ihren Sonntagsschulraum für eine gewisse Zeit zur Verfügung stellen bis ich eine andere Gelegenheit gefunden haben werde.  Dort hatte ich allerdings kein Bade- zimmer, nur ein WC mit Lavabo.  Aber der Leiter der Buchhandlung gestattete mir netterweise mehrmals bei ihm zuhause sein Badezimmer zu benutzen und ein Bad zu nehmen, worüber ich sehr froh war.

Dann sah ich bei der Migros am Anschlagbrett eine Ferienwohnung zu vermieten und ich meldete mich sofort beim Vermieter- Ehepaar in Ladir.  Dort hatte ich eine Wohnstube, ein Schlafzimmer, eine Küche und ein WC mit Dusche zur Verfügung und konnte sogar eine liebe Freundin mal zu mir einladen.  Aber ab Pfingsten war diese Ferienwoh- nung schon reserviert von Dauermietern, weshalb ich wieder weiter suchen musste.

So meldete ich mich beim preisgünstigsten Hotel Rätia in Jlanz an, wo ich ein Zimmer im dritten Stock erhielt.  

Aber die Kosten betrugen über 1'600 Fr. pro Monat, und so war ich froh, dass mir der Hotelier den Vorschlag mach- te, umzusiedeln in eine Mansarde auf der anderen Rheinseite, welche vom Hotel Rätia in Untermiete zur Verfügung gestellt werden kann, was ich gerne akzeptierte, denn die Miete betrug nun nur noch 500.- Fr, pro Monat und ich kann mich dort, allerdings sehr bescheiden, selbst versorgen.   Der junge Hotelier half mir umziehen mit seinem VW- Bus.

Hier ist die Ansicht der Häuserfront in der das Haus von Maler Tischhauser steht, vor dem Ruscheiner Berghang:

Dies ist das Haus von Maler Tischhauser, vom Rhein her gesehen.   Hinter dem quadratischen Fensterchen unter dem Dachgiebel ist mein Schlafzimmerchen.  Rechts und links davon hinter den kleinen Luken befinden sich die Stauräume unter der Dachschräge, wo ich verschiedenstes Material deponiert habe, das ich noch vor der Vernich- tung retten konnte.   Aber auch etwa 35 Plasticsäcke mit Littering- Müll, den ich auf meinen Rundgängen täglich sammle.

Und dies ist das Haus von Maler Tischhauser von der Bergseite her gesehen, wo ich nun hinter dem Fensterchen unter dem Dachgiebel meinen Internet- Arbeitsplatz eingerichtet habe:

Links ist der Hauseingang, rechts der Arbeitsraum von Giacen Tenz mit seinem "Brocki", gerade beschäftigt mit einem Kunden.   Darüber die Fenster und der Erker der wunderschönen, hellen Wohnung von Giacen Tenz.

Hinter den quadratischen Fensterchen oben befinden sich die Dachschrägenräume, wo ich auch noch viele gerette- te Sachen deponieren konnte.

Wer wissen möchte, wie ich denn in dieser "Notunterkunft" überlebe, eine Mansarde unter dem Dach eines vier- stöckigen alten Hauses an der Via Sontga Clau Sura Nr. 19 in Jlanz, lese Folgendes:

Auf kleinstem Raum musste ich mich hier einrichten, neben vielen Kisten Umzugsgut, welches ich noch kurz vor der Vernichtung retten konnte.   Hier mein Bett und das Gestell, wo Esswaren, eine Reihe Ordner und viel Anderes gestapelt sind:

Perfekte Ordnung im Chaos ist notwendig, damit ich jederzeit mit einem Griff finde was ich brauche.

Links von diesem Bild befindet sich ein Lavabo, ein kleiner Spiegelschrank und eine Duschkabine, wo ich mich jeden Abend vor dem Zubettgehen warm und kalt duschen kann:

Und links davon ist mein "Arbeitsplatz", wo ich auch meine sehr bescheidenen Mahlzeiten einnehmen kann, nach- dem ich einige Akten aufs Bett hinüber legte.   

Zum Fensterchen hinaus sieht man die Altstadt von Jlanz u. dahinter die nahen Berge, bei schönem Wetter etwa so:

Hier fährt gerade der Zug von Disentis nach Jlanz vorbei, mit der schönsten Lokomotive der Rhätischen Bahn, ge- ziert mit einem Edelweiss.   Davor fliesst der sprudelnde Vorderrhein vorbei und ganz vorn ist die Hauptstrasse von Jlanz zum Oberalp- Pass, auf der Autos, Lastwagen und Motorräder mit 80 km/h ( oder gelegentlich auch we- sentlich schneller ) mit entsprechendem Lärm vorbei rasen, knattern und dröhnen.  So kann ich natürlich nachts und nach Mittag nur mit geschlossenen Fensterläden und Fenster schlafen.  Heute 30.August habe ich von 15.20 bis 15.30h mal die Fahrzeuge gezählt, die auf dieser Strasse vor meinem Zimmer vorbei rasen:   Es waren genau 38 Motorräder und genau 70 Autos.   Umgerechnet ergibt dies  228 Töffs und 420 Autos pro Stunde.  In der Nacht sind es wohl immer noch etwa 30 Töffs und 100 Autos pro Stunde.   Ich sehne mich nach mehr Ruhe ! . . . 

Im Treppenhaus oben zwischen den beiden kleinen Zimmern sieht es mit all den gestapelten Schachteln und Kisten etwa so aus:

  

Hier die Kleiderablage u. der Trolley- Koffer.     Hier ein Stapel Kisten, das WC, die Waschmaschine u. Kühlschrank.

Im Zimmer gegenüber konnte ich einen kleinen Internet- Arbeitsplatz einrichten neben all den vielen Sachen, die in diesem kleinen Raum gestapelt sind:

Auch dieses Zimmer hat keine Vorhänge, weshalb ich mich behelfe mit Hemden vor das Fenster zu hängen.

Gegenüber dem Arbeitsplatz sieht es etwa so aus, mit Radio/CD- Player, dem Keyboard u. Vielem mehr:

Da oben bin ich trotzdem recht gut aufgehoben, aber für meine armen Schützlinge aus Afrika oder Malaysia hat es natürlich keinen Platz.   Darum sehne ich mich so sehr danach, endlich meine "Verbannung" beenden zu kön- nen, wieder ein eigenes Heim zu finden und wieder ein freier Mensch zu sein um alle meine grossen Projekte end- lich realisieren zu können.  Dazu würde ich ein Darlehen von 500.- oder 1'000.- Franken benötigen.   Ich hoffe das Beste und bin sehr dankbar für alle guten Wünsche aus dem Kreise all meiner lieben netten Menschen, die ich in der letzten Zeit, teilweise Dank meiner Tätigkeit als Strassenmusikant,  neu kennen lernen durfte.

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