Meine drei letzten Schicksalsjahre

2.Fortsetzung:  

Meine sehr schwierige Zeit der "Verbannung" in einer Mansarde als Notschlafstelle, mit zwei kleinen Zimmern, dem Treppenhausraum und einem WC, sowie mit einer Duschkabine im einen Zimmer, hat zum grossen Glück auch schöne Seiten.

So organisieren meine Schutzengel fast jeden Tag neue "Synchronizitäten", das sind Begegnungen mit be- kannten oder neuen, besonders netten Leuten in Jlanz und Chur oder auf meinen "Rundgängen" in der Umgegend von Jlanz.

Gerade beim Musizieren in Chur in der Rathaus- Säulenhalle mit der super guten Akustik klingt meine Schlüssel- fiedel traumhaft, so dass Leute herein kommen und fragen: "Wo ist denn das Orchester" und ich antworten kann:   "Das Orchester bin ICH".   

Man hört mich dort bis weit in die Gassen hinein und viele nette Leute kommen extra zu mir herein um zu fragen: "Was ist dies für ein Instrument, mit dem ich so schön musizieren kann?"   Da gebe ich natürlich gerne Auskunft und gebe ihnen den Tipp, doch in mein Internet-Web www.sirianer.ch  hinein zu schauen um dort auf der Seite Musik weitere Erklärungen zu finden und etwa 175 Melodien aus meinem eigenen Kompositions- Repertoire anhören zu können.

Alle blöden, abgestumpften und sturen Leute gehen an der Halle vorbei und nur die nettesten Leute kommen zu mir herein.   Da durfte ich schon überaus schöne neue Bekanntschaften machen, Leute umarmen und liebenswürdige Frauen küssen, die auch ihre andere Wange hinhalten um zu zeigen, dass sie von mir nicht über- rumpelt wurden.   Das tut mir gut und gibt mir Kraft zum durchhalten bis endlich meine Zeit der Verbannung been- det werden kann.

Allerdings ist das Musizieren in Chur polizeilich geregelt und auf acht Orte beschränkt.  Aber ausgerechnet für die Rathaus- Säulenhalle gibt es keine Bewilligung ( ich müsste sie für 175 Fr. pro Tag mieten ! ).  Zum Glück hat aber die Stadtpolizei Verständnis für meine Situation und liess mich dort unbehelligt, bis eine Ladeninhaberin von gegen- über die Polizei avisierte, weil ich schon über eine Stunde in der Halle musizierte.  So kam eine Polizistin mit dieser Ladeninhaberin zu mir, als ich schon draussen war und beim Gerichtsgebäude weiter spielte.  Sie forderte mich auf zum Polizeiposten zu kommen, wo sie mir aufgrund der Polizei-Vorschriften eine Busse von 50 Franken aufbrum- men musste.

Einige Tage später rief mir ein Polizist von Chur auf meinem Handy an und empfahl mir ich solle doch mit der Stadtverwaltung von Chur Kontakt aufnehmen und um eine generelle Bewilligung zum Musizieren anfragen, was ich auch umgehend tat.  Ich mailte dem Stadtpräsidenten Urs Marti und schilderte ihm meine Situation mit der Bitte, mir doch eine generelle Bewilligung zu erteilen.  Er antwortete mir aber, das dies nicht in seiner Kompetenz liege, sondern dass dafür die Stadtbehörde angefragt werden muss, was sehr zeitaufwändig sei.  

So war ich gezwungen diese Busse mit Spendengeld zu bezahlen bevor die Zahlungsfrist abgelaufen ist.   

Nun kommt das Erfreuliche:  Ich war wieder am Musizieren in der Rathaushalle als ein sympathischer junger Mann mir entgegen kommt und mir sagt, dass wir schon zweimal Mailkontakt hatten --  er sei Stadtpräsident Marti.   Und er übergab mir eine Hunderternote zum Trost für die Busse !  Dies freute mich natürlich riesig und zeigte mir einmal mehr, dass es wirklich ganz flotte Leute gibt, sogar in der Regierung.

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