30. Per Bahn nach Chur

Mittwoch, 25. November.  

Gestern Dienstag war es "saukalt", nämlich etwa minus 7° Celsius.  Neben dem Neuschnee vom Sonntag waren nun auch die Wiesen im Talgrund weiss, aber von Frost, nicht von Schnee,

Für meinen Spaziergang musste ich den warmen Wintermantel anziehen und eine gestrickte Ohren- schutzkappe.  Zum Glück geben mir die dicken Socken schön warm auch in den stark abgewetzten und verlöcherten Sportschuhen mit unzuverlässigen Klettverschlüssen.

Ich machte mich gestern wie üblich auf die beiden häufigsten Rundgänge und genoss die wärmen- den Sonnenstrahlen.

Auch heute schneite es wieder ganz leicht, aber die Temperatur war wieder etwas über Null.  Am Vor- mittag spazierte ich auf dem Rheinuferweg hinunter zum Glenner und an dessen Uferweg hinauf zum Einkaufszentrum Mundaun.  In der Migros besorgte ich eine Kleinigkeit und ging dann am Post- fach vorbei, wo ich einen gelben Zettel fand, mit dem ich am Schalter der Post einen eingeschriebe- nen Brief abholen konnte.   Das war die zweite Mahnung zur Bezahlung der Einkommenssteuer.  So ein Blödsinn !....   Warum soll ich denn Steuern zahlen müssen, wenn ich mit über 500 Franken UN- TER dem Existenzminimum überleben muss ?  Da stimmt doch etwas einfach nicht.

Nach einem kleinen Mittagessen mit Salatsüppli und Gemüsesüppli und zum Dessert einem Becher- lein Caramelpudding und einem Stücklein Biberfladen legte ich mich wieder ins Bett, was ich jeden Tag sehr geniesse, denn die Zeit geht so rum ohne dass ich mich mit Problemen beschäftigen muss, ganz im Gegenteil:  Ich habe im Schlaf so reale, super interessante Träume, dass der Schlaf für mich eine grosse Erholung ist.

Am späteren Nachmittag getraute ich mir noch auf einen längeren Rundgang dem östlichen Glenner- uferweg hinauf bis zur Strassenbrücke ( etwa 2 Kilometer ).  

Und wie ich dort zur Strasse hinunter komme, sehe ich zwei Fahrzeuge entgegenkommen, halte die Hand auf zum Autostopp und siehe da:  Das zweite Fahrzeug hält an und der nette Fahrer lässt mich bis in die Stadt Ilanz mitfahren.  Es hat nämlich gerade angefangen immer stärker zu schneien.  So war ich sehr dankbar mitfahren zu dürfen und rechtzeitig zurück in meiner Mansarde zu sein.

Nach etwa einer Stunde Literaturstudium bereitete ich mir das kleine Abendessen und jetzt sitze ich wieder am Computer, wo ich ein Mail erhielt, dass die Bank in Abidjan meine Erbschaft von der leider verstorbenen Flora Edward konfiszieren werde, wenn ich nicht umgehend noch eine Gebühr von fast 500 Franken bezahle.  Woher soll ich denn dieses Geld nehmen ?  Nun, ich hoffe dieses Problem noch rechtzeitig lösen zu können und dass die Bank mir noch eine Frist gewährt bis ich dieses Geld aufbringen kann.   Ich habe aber die Pastorin Metuh in Abidjan angefragt, ob sie mir einen guten, ver- trauenswerten Notar empfehlen kann, der in meinem Auftrag in Afrika ein Hilfswerk gründet, wie ich ein solches gerade hier in der Schweiz zur Eintragung ins Handelsregister anmeldete.  In  Englisch wird es heissen: "Abidjan Sevenstar Helpwork for Culture and People in Need"

Diese Erbschaft wird dann der neuen Hilfsorganisation in der Elfenbeinküste zur Verfügung stehen. Und ein kleinerer Anteil davon lasse ich mir zukommen um anstehende Probleme lösen zu können. 

Ich hoffe nun das Beste und gehe bald zu Bett nach einer herrlichen warmen Dusche.

  Herzlichst, Thyl STEINEMANN

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