28. Per Autostopp nach Chur

Mittwoch, 18. November.  

Heute Vormittag bei wolkenlosem, hellblauem Himmel ging ich wieder zum Rundgang hinauf zum Kloster, wie nun fast jeden Tag, aber von der anderen Seite her.  Es war wieder kalt aber ohne Bo- denfrost.   Nebel zog sich quer durch die Stadt, etwa so wie hier auf einem früheren Bild dieses Monats, nur nicht so dicht:

Nach der Mittagsmahlzeit entschloss ich mich mit meiner Schlüsselfiedel wieder in Chur zu musizie- ren.   Ich stellte mich an die Flimserstrasse und musste aber dort 87 Fahrzeuge an mir vorbei brausen lassen - Niemand hielt an.   So ging ich etwa einen Kilometer weiter zu Fuss mit dem schweren Instru- mentenkoffer in der rechten Hand und mit dem Feldstühlchen in der linken Hand bis zur Tankstelle vor Schluein.  Dort kommen auch die Autos von der Hauptstrasse her und ich hoffte dort nicht so lange warten zu müssen bis jemand Netter anhält.  Aber weit gefehlt:  Über 200 Fahrzeuge brausten an mir vorbei bis endlich doch ein netter Mann anhielt mit seinem Geschäftsauto und mich bis an den Rand von Chur mitfahren liess.  Dort ging er in ein Restaurant um das Mittagessen nachholen zu können und liess mich aussteigen und mit Dank verabschieden.  Von dort musste ich nochmals etwa einen Kilometer weiter zu Fuss marschieren bis zum Obertor, von wo es nur noch eine Minute geht bis zur Brotlaube, wo ich jeweils meinen ersten Auftritt inszeniere.   So streng hatte ich es noch nie um nach Chur zu kommen !

Nach einer halben Stunde Musik in der Brotlaube wechselte ich den Platz zur Rathaushalle und mu- sizierte dort weiter, wo es so herrlich klingt wie in einem Konzertsaal.  

Nach einer Stunde entschloss ich mich wieder den Platz zu wechseln, und zwar vor den Schaufen- stern des Globus beim Bahnhof.

Als ich genug Spenden beisammen hatte für eine neue Mehrfahrtenkarte hörte ich auf zu spielen und ging zum Bahnhof das Billet besorgen und auf den bereit stehenden Zug nach Ilanz zurück.

In Ilanz war es schon dunkel.  Wieder in meiner Mansarde bereitete ich mir gleich mein übliches klei- nes Abendessen und setzte mich nachher an den Computer um die Mailbox zu kontrollieren und die- se neue Seite anzufertigen. 

  Herzlichst, Thyl STEINEMANN

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