27. Zwei eindrückliche Erlebnisse

Dienstag, 17. November.  

Heute Vormittag war ich wieder auf dem Rundgang zum Kloster hinauf, wie nun fast jeden Tag.  Es war kalt mit Bodenfrost, was man auch auf grosse Distanz im Tal unten sah.

Der Himmel war ziemlich stark bewölkt und ich verzichtete nach Chur zu fahren.

Nach der Siesta im Bett nach der Mittagsmahlzeit entschloss ich mich mit meiner Schlüsselfiedel wieder einmal in Ilanz aufzutreten, und zwar neben dem Mundaun Einkaufszentrum wo viele Leute vorbei gehen.  Aber NIEMAND von all diesen Leuten kam zu mir heran.  

Nun zum ersten eindrücklichen Erlebnis:  Plötzlich hörte ich lautes Knattern von einem Helikopter auf der anderen Talseite über dem Wald.  Was hat dieser Heli dort zu tun?   Plötzlich sehe ich, dass er mit einer grossen Fichte an einem langen Seil in die Höhe steigt und zur Stadt hinüber schwenkt. 

Nun war mir klar:   Ein Helikopter transportiert eine grosse Tanne aus dem Wald auf den Rathaus- platz, wo diese aufgestellt und gesichert wird.   Hier ein Bild vom letzten Jahr.  Allerdings war ich nicht schnell genug die Kamera bereit zu machen und so hatte der Helikopter die Tanne schon auf den Rathausplatz gesenkt, so dass sie von meinem Fensterchen aus der Mansarde nicht mehr sicht- bar war, aber das lange Seil ist immerhin sichtbar:

In den nächsten Tagen wird diese Tanne geschmückt mit vielen Glitzerkugeln und elektrischen Ker- zen.  So beginnt die Weihnachtszeit bei uns bereits im November.

Mir wurde immer kälter, nachdem die Sonne hinter dem Berg unterging.  Und so beendete ich meinen Auftritt als Strassenmusikant und ging zurück in die Stadt.   Ich entschloss mich noch im Evangeli- schen Buchladen vorbei zu gehen um mich dort etwas aufzuwärmen.  Dies war eine gute Idee von meinen Schutzengeln, denn dort traf ich nicht nur einen alten Mann, der beim Umzug des Ladenin- ventars vor drei Wochen behilflich war, sondern ich erhielt von der netten alten Verkäuferin Linette eine Tasse Kaffee und eine Schale voll Gebäck zum Zvieri.

Und nun das Schönste:   Eine junge Frau kam mit ihrem kleinen Schätzchen vor der Brust in den Laden und wollte sich bei den vielen Büchern umsehen.   Da stand ich auf und fragte diese Mutter ob ich ihr das Kind abnehmen und hüten soll, damit sie sich frei herum sehen kann.  Sie übergab mir gerne das 6monatige Schätzchen, welches sich gerne an mich heran kuschelte.  Ich genoss diese Situation aus vollen Zügen, denn so ein "Gottesgeschenk" and der Brust in den Armen zu haben ist etwas ganz Besonderes.  Nach guten zehn Minuten wollte die Mutter den Laden wieder verlassen. Aber ich fragte sie, ob sie noch 5 Minuten Zeit hat, damit ich zwei, drei Melodien spielen kann auf meiner Schlüsselfiedel.  Ich übergab ihr also die kleine Flavia und setzte mich mit der Schlüsselfiedel hin und begann leise mit einer ersten Melodie.  Das Mädchen machte grosse Augen und staunte.

Nach der dritten Melodie verabschiedeten wir uns, bestens dankend für die schöne Begegnung, und ich verliess den Laden auch, mit bestem Dank für den Zvieri.

In der Nacht dann war ich während Stunden wach mit Gedanken an das Erlebte und mit dem Text für eine neue Webseite und für die Umgestaltung der Eingangsseite meines Webs www.sirianer.ch

Eine Frage:  Wie gefallen dir meine Webseiten mit der Schilderung von Erlebnissen ?   Du kannst

mir deine Meinung offen mitteilen per E- Mail an: kontakt@nordica.ch   Herzlichst, Thyl STEINEMANN

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