Modeschau in Chur

Am Samstag, 12. September rieten  mir meine Schutzengel wieder nach Chur zu fahren mit der Rhätischen Bahn um auf meiner Schlüsselfiedel meine schönen Melodien erklingen zu lassen.   So nahm ich um 12.24h den Zug und kam kurz nach 13h in Chur an.   Dort schleppte ich meinen schweren Instrumentenkoffer mit der Schlüsselfie- del zur Rathaushalle ( etwa 300m ) und setzte mich neben den Tischen hin, wo gemalt wurde als Therapie.

Nach einer Weile mit einigen wenigen Begegnungen zog es mich weiter auf den grossen Arca - Platz mit dem schönen Brunnen und mit Strassenwirtschaften.  Da waren aber fast keine Leute, welche sich für meine Musik interessierten und so ging ich wieder weiter in die Altstadt hinein und höre schöne Klavierklänge.

Unweit von der Rathaushalle organisierte ein Kleidergeschäft eine Modeschau mit einigen jungen Models unter einem grossen Vorzelt mit vielen weissen Kunststoff- Stühlen, auf denen etwa 20 Zuschauer sassen.

Am Klavier sass ein sehr alter Mann, der virtuos in verschiedensten Stilen spielte und auch sehr passend zu den Model-Vorstellungen ( "Catwalks" ) improvisierte.  Ich setzte mich neben ihm hin, klopfte ihm auf seine Schul- ter und machte ihm ein grosses Kompliment für sein eindrückliches Spiel.

Einige Models erhielten Applaus und ein Model gefiel auch mir so gut, dass ich aufstand, ihr ein Kompliment machte und sie umarmte zum grossen Applaus des Publikums.  Auch weiteren Models machte ich persönliche Komplimente wenn sie zurück in den Laden gingen. 

Weniger Freude daran hatte die Leiterin der Modeschau -- sie forderte mich auf abzusitzen und mich nicht mit den Models persönlich abzugeben.  Nun also dann...    Die Modeschau war nun ohnehin zu Ende und ich fragte den Pianisten, der sein Klavier verliess, ob ich auch noch ein Stück spielen dürfe ?  "Ja klar !" sagte er.   Ich nahm nun all meinen Mut zusammen und setzte mich also an das schöne Klavier und spielte pochenden Herzens mein Menuett, fast fehlerfrei.   Eine Zuhörerin klatschte begeistert, und ich ging zu ihr und erklärte ihr, dass dies meine einzige Melodie sei, die ich auf einem Klavier spielen kann.   

Nach meiner Ausbildung zum Orgelbauer wollte ich eben etwas mehr als nur Tasten drücken können auf den Orgeln, und so durfte ich bei einer ehemaligen Klassenkameradin von der Rudolf Steiner Schule Klavierstunden nehmen und einige Melodien erlernen.   Nach 50 Jahren hatte ich dieses Menuett noch im Kopf und übe es fleis- sig fast täglich auf meinem Keyboard während mein Internet- PC startet.  So kann ich diese Melodie bei verschie- denen Gelegenheiten zum Erklingen bringen.

Leider, kann ich hier kein Bild zeigen, denn ich hatte meine Digitalkamera nicht dabei.  

Auf dem Rückweg zum Bahnhof setzte ich mich nochmals hin vor einem anderen Kleidergeschäft und spielte etwa eine halbe Stunde lang, wo mehrere nette Leute zu mir kamen, mein Instrument bewunderten und mir eine kleine Spende gaben.    Um 16.56h fuhr ich mit der Rhätischen Bahn zurück nach Jlanz, wo im Nebenabteil ein liebenswertes Ehepaar mit einem kleinen Schatz auf den Armen sass.  Diesen herzigen Knirps durfte auch ich in meine Arme nehmen, was er offensichtlich ohne jede Scheu genoss.  Dem Vater übergab ich meine Visitenkarte mit der Mail-Adresse, damit er sich weiter über meine Person informieren kann.  Zum Abschied bei Versam umarm- te mich die Mutter noch und liess sich auf beide Wangen küssen und küsste mich auch.   

Das sind für mich so schöne Erlebnisse, die mir Kraft geben zum Durchhalten bis endlich meine bald dreijährige Zeit der "Verbannung" zu Ende sein wird.   Hoffentlich BALD !!!

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